Die CDU-Ratsfrau Sonja Bausch (53) aus Winsen hat angekündigt, ihr Ratsmandat sowie die Ämter in der CDU-Winsen zur nächsten Ratssitzung am 23. September abzugeben. Sonja Bausch sitzt seit 2011 für die CDU im Winsener Stadtrat und ist Mitglied im Wirtschafts- sowie Kulturausschuss der Stadt. 

Sonja Bausch sagt dazu: „Die Entscheidung, mein Mandat noch in dieser Wahlperiode abzugeben, ist mir nicht leichtgefallen. Ich habe mich gerne, gerade auch in den Bereichen Finanzen/Wirtschaft und Kultur eingebracht. Aber durch meine berufliche Tätigkeit im IHK-Regionalbüro Landkreis Harburg und die damit oftmals verbundenen Abendtermine, ist es mir leider nicht immer möglich, auch noch das Ratsmandat voll auszufüllen. Mein Rückzug hat sich seit längerem entwickelt und ausschließlich berufliche sowie auch private Gründe“

Die mittlerweile fast 8-jährige Tätigkeit im Stadtrat, die Arbeit in der CDU-Ratsfraktion sowie die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister André Wiese und den Kollegen des Rates habe ihr viel Freude bereitet, auch manche schwierige Entscheidung abgerungen. „In diesen Jahren habe ich viele Erfahrungen gewinnen und in den Fachausschüssen viel über kommunale Entwicklungen lernen können“, sagt Sonja Bausch rückblickend. 

CDU-Fraktionschef und Gruppenvorsitzender André Bock bedauert die Entscheidung seiner Ratskollegin sehr und sagt: „Mit Sonja Bausch verlieren wir eine engagierte und kompetente Ratsfrau und Kollegin. Gerade auch durch ihre berufliche Tätigkeit war und ist sie uns wertvolle Ratgeberin für die Bereiche Wirtschaft und Finanzen. Ich bin erleichtert, dass Sonja Bausch der CDU-Fraktion und dem CDU-Ortsverband als Rat- und Ideengeberin dennoch erhalten bleibt.“ 

Trotz dieser Veränderungen freut sich André Bock auch auf die Zusammenarbeit mit Dr. Nils-Oliver Höppner aus Bahlburg, der durch den Mandatsverzicht von Sonja Bausch in den Stadtrat nachrückt. Dr. Nils-Oliver Höppner wohnt seit 2006 im Ortsteil Bahlburg und ist Inhaber der von ihm gegründeten Umweltberatung „Höppner Management & Consultant GmbH“. 

Weitere Veränderungen in der Fraktion und Gruppe ergeben sich zurzeit nicht, so André Bock weiter. 

Auf die Frage, ob er nach der politischen Sommerpause noch Fraktions- und Gruppenvorsitzender bleiben will oder den Vorsitz niederlegt, sagt Bock: 

„Diese Frage stellt sich jetzt nicht. Ich bin von der CDU-Fraktion und der Gruppe CDU/Winsener/Liste/Andreas Waldau zuletzt im September 2018 zum Vorsitzender gewählt und führe dieses Amt auch gerne nach der Sommerpause weiter aus. Gleichwohl wird mich sowie auch die CDU-Fraktion und die Gruppe zu gegebener Zeit, spätestens vor der nächsten Kommunalwahl, die Frage beschäftigen, wie wir für die Zukunft weiterhin inhaltlich und personell gut aufgestellt bleiben.“

 

 

Ursula von der Leyen ist die erste Frau an der Spitze der EU-Kommission und die erste Deutsche seit mehr als 50 Jahren. Die Ortsverbands-Vorsitzende und Kandidatin zum EU-Parlament, Dr. Cornell Babendererde, gratulierte von der Leyen: „Heute ist ein historischer Tag für unser Europa. Wir freuen uns sehr, dass die Abgeordneten des Europäischen Parlaments Ursula von der Leyen zur Präsidentin der Europäischen Kommission gewählt haben.“

Der Ortsvorstand gratuliert Ursula von der Leyen zu Ihrer Wahl und zu Ihrer tollen, mitreißenden Rede. Wir sind stolz auf unsere stellvertretende Parteivorsitzende aus Niedersachsen!! Ursula hat

Schon immer für Europa arbeiten wollen, vor allem in der Kommission! Das war schon immer ihre Leidenschaft! Wir sind uns sicher, dass sie Europa vereinen und die großen Themen angehen kann.

CDU Winsen diskutiert mit dem 1. Parl. Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Grosse-Brömer MdB und Europakandidatin Babendererde

Viele CDU-Mitglieder kamen jüngst in der Stadthalle Winsen zusammen, um die Berichte zu den aktuellen politischen Ereignissen in Brüssel, Berlin und bzgl. der Bürgermeisterwahlen zu diskutieren. „Mit Blick auf die Kommunalwahlen haben wir unsere Hausaufgaben gemacht“, so die Vorsitzende Dr. Cornell Babendererde. „André Wiese ist erneut mit eindeutigem Ergebnis zum Bürgermeister gewählt und wir freuen uns auf die weitere konstruktive Zusammenarbeit mit unserem Stadtoberhaupt in den kommenden Jahren“.

Mit Blick auf die Europawahlen und dem derzeitigen Agieren der Regierungskoalition in Berlin wurde von den Winsener Christdemokraten aber auch Kritik geübt. Babendererde, die – wenn auch auf aussichtslosem Platz 11 – für die CDU Europawahlkampf gemacht hatte, betonte, dass man mit dem Abschneiden der Union nicht zufrieden sein könne.

Michael Grosse-Brömer, Wahlkreisabgeordneter des Landkreises Harburg und 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion war als Hauptredner eingeladen und nahm Stellung zur Arbeit der Großen Koalition: „Die Große Koalition ist besser als ihr Ruf. Wichtige Aufgaben wie die Beschlüsse zur Verbesserung der Pflege und das Migrationspaket gehen leider zur Zeit etwas unter. Das liegt z. T. auch daran, dass die SPD zwar in der Regierung ist, aber letztlich versucht, gleichzeitig auch Opposition zu sein. Fest steht: Die Union hat einen Regierungsauftrag, und den wird sie weiterhin in Verantwortung für das Land ausfüllen“.

Babendererde und Michael Grosse-Brömer gingen auch auf die derzeitigen Diskussionen um die Besetzung von Spitzenpositionen in Brüssel ein. Babendererde: „Wie viele von uns war ich zunächst richtig enttäuscht darüber, dass nicht Manfred Weber, Spitzenkandidat der europäischen christlichen Volksparteien (EVP), zum Kommissionspräsidenten der Europäischen Union gewählt werden soll. Es ist schwer vermittelbar, wenn zuerst Bürgernähe demonstriert wird, dann aber ganz anders entschieden wird. Zur Wahrheit gehört aber auch dazu, dass andere Länder der EU von Anfang an nicht zum Spitzenkandidatenmodell standen, das ist vor allem ein Thema für uns Deutsche gewesen. Somit hatte Manfred Weber einfach keine Mehrheit. In Bezug auf das Miteinander und die Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union müssen künftig realistische Ziele gesetzt werden: Was ist überhaupt durchsetzbar, wofür erhalten wir eine Mehrheit?“

Michael Grosse-Brömer betonte: „Nachdem sich das Europäische Parlament nicht auf einen Kandidaten verständigen konnte, bin ich froh, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs sich auf die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen als Kommissionspräsidentin einigen konnten. Vor diesem Hintergrund verstehe ich auch nicht die Ablehnung dieser Nominierung durch die SPD, der es an dieser Stelle offenbar an Patriotismus fehlt. Zumal auch sozialdemokratische Regierungschefs anderer Länder für von der Leyen votiert haben. Von der Leyen ist eine international bestens vernetzte und in Europa sehr angesehene Politikerin.“

Die anschließenden Diskussionen waren zum Teil kontrovers und bezeugten, dass das Konstrukt der Europäischen Union künftig den Bürgern noch viel näher gebracht werden muss, gerade vor dem Hintergrund, dass das EU-Parlament nicht den Status eines nationalen Parlamentes hat, sondern weiterhin die Nationalstaaten weitgehende Souveränität haben. Fazit: Ein langer Abend mit notwendigen Diskussionen, die aber auch zeigten: Vorerst ist es gut, dass die Europäische Union weiterhin eine Union der Vaterländer ist.