Die Winsener CDU-Fraktion möchte Möglichkeiten zum Erhalt des Fahrenholzer Wehres prüfen lassen und stellt deshalb einen Antrag „Fahrenholzener Wehr“ im Umweltausschuss/ Ausschuss für Kultur und Tourismus. Es geht um die durchgängige Schiffbarkeit der Ilmenau von Hoopte bis Lüneburg, die besonders für den Wassertourismus interessant ist.

„Die Planungen zum Rückbau der Wehre an der Ilmenau werden konkreter. Umso wichtiger wird es, dass sich auch die Winsener Politik mit diesem Thema beschäftigt. Deshalb haben wir diesen Antrag gestellt“, erläutert Andrea Röhrs. „Wir haben hier ein historisches Kleinod vor Ort, welches sich momentan noch im Dornröschenschlaf befindet und endlich geweckt werde sollte“, so Dr. Cornell Babendererde. Jan Jürgens, selbst Freizeitkapitän, kennt die Zeiten noch, in denen man mit dem Boot auf der Ilmenau bis nach Lüneburg schippern konnte: „Ich würde mir dies wieder wünschen. Leider sind die Schleusen wegen Reparaturbedürftigkeit seit  Jahren gesperrt.“ Der Bund als zuständige Behörde müsste kräftig investieren und präferiert als kostengünstigere Lösung den Rückbau der Wehre. „Wir sollten zumindest alle Möglichkeiten prüfen, um diese  einmaligen Denkmale zu erhalten und für den Tourismus zu erschließen. Es würde eine wirkliche Bereicherung für unsere Region darstellen“, sind alle drei überzeugt.

Lesen Sie unsere Pressemitteilung zum Fahrenholzer Wehr als pdf.

Wie in jedem Jahr hat auch an diesem ersten Samstag im September der CDU-Familienflohmarkt in der Innenstadt stattgefunden. Über 130 Stände reihten
sich von der Rathausstraße über den Schlossplatz bis in den Schlosspark hinein. Bei gutem Wetter schlenderten die Menschen von Stand zu Stand und haben sich über so manches Schnäppchen gefreut. „Wir mögen vor allem die Ungezwungenheit und die gute Atmosphäre“, waren sich viele Besucher einig.
Die CDU-Geschäftsführerinnen und gleichzeitig Organisatorinnen des Flohmarktes, Susanne von Appen und Maren von Deyn, sind mit ihrer ersten Ausrichtung sehr zufrieden. „Viel besser hätte es nicht laufen können. Es ist schön zu sehen, wie viel Spaß es allen macht“, so von Appen. „Aber natürlich können wir immer etwas verbessern. Deshalb werden wir im nächsten Jahr die Familie mehr in den Vordergrund stellen und Kinder unter 14 Jahre dürfen ihre Stände kostenlos bei uns aufbauen.“ ergänzt von Deyn. „Wir sind stolz darauf, dass es den Menschen auf unserem CDU- Flohmarkt gefällt. Unser Dank gilt aber vor allem den vielen Anbietern und den Winsener Bürgern, die den Weg in die Stadt gefunden und so für diese tolle Kulisse und Atmosphäre gesorgt haben.“
Die große Auswahl an selbstgemachten Torten und Kuchen sorgte auch wieder für großen Andrang am Kaffee- und Kuchenstand. Für die Kleinen war das Deutsche Rote Kreuz mit der beliebte Teddy-Klinik vor Ort und auch das Kinderkarussell auf dem Schloßplatz stand schon bereit.
Von Appen und von Deyn abschließend: „Wir hoffen, im nächsten Jahr wieder alle Winsener und ihre Gäste auf dem CDU-Familienflohmarkt begrüßen zu
dürfen.“

Auf Initiative der stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden und Ratsfrau Anja Trominski fand am 20.08. im Weißen Ross der CDU Stammtisch zum Thema „Braucht die Pflege selbst Pflege“ statt.
Anja Trominski, selbst Altenpflegerin in Winsen, wollte sowohl dem Pflegepersonal, als auch den Betreibern und Mitarbeiterinnen der örtlichen Pflegedienste die Möglichkeit geben über ihre Arbeitsbedingungen, sowie die Ängste und Nöte zu sprechen. Auch Angehörige von gepflegten Personen waren anwesend und berichteten über die Erfahrungen im Umgang mit dem Pflegepersonal, den Krankenkassen und der Bürokratie. CDU Ortsverbandsvorsitzende Cornell Babendererde moderierte durch den Abend mit 25 Teilnehmern.
Anja Trominski verlas einen bewegenden Brief einer Altenpflegerin die nicht anwesend sein konnte: „Während in den 80er und 90er Jahren noch die Pflege der ganzen Person im Vordergrund gestanden hat, ist diese Art der Pflege im Laufe der Zeit immer mehr in den Hintergrund geraten. Gerade im ambulanten Pflegebereich werden die Pflegeleistungen nur noch mit Zahlen und Wertigkeiten aufgeführt. Der Mensch als solches gerät in den Hintergrund. Es ist keine Zeit mehr für ein Gespräch oder eine kleine Geste. Das Pflegepersonal in den Pflegeheimen betreut oft sehr viele Personen. Da ist es kaum möglich allen gleichzeitig und mit ausreichend Zeit gerecht zu werden.“
Gründe dafür sind zum Beispiel der Fachkräftemangel und nicht selten auch die Arbeitsbedingungen. „Man muss die Welt retten wollen und wir opfern uns gerne mit Hingabe für die Pflege von Menschen auf, doch wir können bald nicht mehr“, so die übereinstimmende Meinung aller anwesenden Pflegekräfte.
Die Familie ist immer noch die größte Pflegeeinrichtung in Deutschland. Doch durch die zunehmende Berufstätigkeit der Menschen bricht dieser Rückhalt weg und die Pflegedienste und -einrichtungen sind gefragter denn je.
Junge Menschen würden nach der Schule kaum den Beruf des Pflegepersonals ergreifen. „Die Bezahlung hat etwas mit dem Stand und der Wertschätzung in der Gesellschaft zu tun“, so die Leiterin eines örtlichen Pflegedienstes. Hier muss sich grundlegend etwas ändern. Allein die Tatsache, dass in Niedersachsen weniger Geld gezahlt wird als in Hamburg ist ein Problem. Die Pflegedienste in Winsen haben Probleme geeignetes Personal zu finden, da sie in Konkurrenz zu Hamburg weniger zahlen können.
Der Fachkräftemangel insgesamt hat bereits dazu geführt, dass es einen sogenannten Pflegestopp gibt. Die Pflegedienste haben aufgrund der Vielzahl der Pflegebedürftigen Probleme neue Patienten aufzunehmen. „Eine pflegebedürftige Person hat Probleme einen Pflegedienst zu finden und dort bereits einige Absagen erhalten“, berichtet eine Angehörige. Allerdings haben die Kassen hier einen Sicherstellungsauftrag, was vielen Menschen nicht bewusst ist.

„Ich würde meine Mitarbeiter gerne besser bezahlen, wenn ich es denn durch die Pflegekassen refinanziert bekäme. Ansonsten müsste ich meinen Laden sehr schnell schließen“, wird aus der Verwaltung eines Pflegedienstes berichtet. Es müsse stark an den Rahmenbedingen gearbeitet werden. Eine Fünf-Tage-Woche, bessere Bezahlung und verbesserte Leistungen, gerade im ambulanten Sektor, würden den Beruf wieder attraktiver machen.
Hinzu kommen oft bürokratische Hürden für die Pflegebedürftigen und deren Angehörige. Oftmals müssen die Formulare und andere Dinge über den Pflegedienst geregelt werden, was eigentlich nicht zu deren Aufgabe gehört.
Auf die Frage, warum die Pflegekräfte dann nicht für bessere Bedingungen auf die Straße gehen würden, antwortet eine Pflegekraft sichtlich bewegt: „Wir arbeiten mit Menschen, da kann man nicht einfach aufhören. Es würde die Hilfsbedürftigen in unserer Gesellschaft treffen und das wäre nicht zu verantworten.“

Diese und andere Anregungen sind von den anwesenden CDU-Ratsmitgliedern Anja Trominski, Sebastian Trenkner und Cornell Babendererde sowie dem anwesenden Landtagsabgeordneten Andre Bock und Bürgermeister Andre Wiese aufgenommen worden. „Ich werde einige Punkte mit nach Hannover nehmen.“ versprach Andre Bock.
Zum Abschluss einer sehr informativen Veranstaltung gab Cornell Babendererde noch einmal zu bedenken: „Wer sich für die Pflege einsetzt, setzt sich ganz egoistisch auch für sich selbst ein. Denn durch einen Schicksalsschlag kann schon morgen jeder von uns zum Pflegefall werden.“ Anja Trominski schloss den Abend mit dem Versprechen, dass sie weiter an dem Thema dranbleiben werde. Obwohl so gut wie jeder der Anwesenden schon einmal einen Pflegefall in der engeren Familie gehabt hat oder selbst auf Pflege angewiesen gewesen ist, waren sich alle einig: „An diesem Abend haben wir viel dazu gelernt!“
Auch im kommenden Winsener Journal, welches sich dem Thema Gesundheit widmet, wird die Pflege vertreten sein.

Diesen Beitrag können Sie auch als pdf herunterladen: Pressemitteilung CDU-Stammtisch zur Pflege.