Pressemitteilung: Deichschutz mit Priorität
Hoopte / Winsen (Luhe). Deichschutz braucht eine höhere Priorität auf allen Ebenen. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse aus einer Veranstaltung des CDU Ortsverbandes Winsen (Luhe), der jüngst zu einem Gesprächsaustausch zum Thema Hochwasserschutz und Deichsicherheit nach Hoopte eingeladen hatte. Als zentraler Referent berichtete der Verbandsvorsteher der Vogtei Neuland Christoph Sander aus der Arbeit des Verbandes und den aktuellen Herausforderungen. Hinsichtlich des Elbdeichs verdeutlichte Sander, dass dort in den letzten Jahren erhebliche Mittel von Bund und Land bereitgestellt wurden, um den Küstenschutz sicherzustellen. „Der derzeitige Zustand bietet keinen Anlass zur Sorge“, so Sander zusammenfassend. Hier seien mit Bundes- und Landesmitteln erhebliche Investitionen getätigt, die aktuell den Schutz sicherstellen.
Mittelfristig wird allerdings eine Deichnacherhöhung anstehen, die allein aufgrund der räumlichen Situation an der Elbe herausfordernd sei. „Zum Beispiel hier in Hoopte ist auf der einen Seite die Elbe mit dem Vorland und auf der anderen Seite schließen die Häuser an. Ein Meter Deichnacherhöhung bedeutet sechs Meter mehr in der Breite. Da werden wir kluge Lösungen brauchen, weil wir in zentralen Bereichen auch einen „grünen Deich“ behalten möchten“, so Sander. Die nächsten Jahre werde dieses Thema aber vermutlich noch nicht konkret. Mehr Sorgen macht dem Verband der Zustand der Schutzdeiche. Hier nahm Sander besonders den Achterdeich und den Stöckter Deich in den Blick. Diese Deiche seien nicht „Stand der Technik“ und hätten deshalb nur eingeschränkte Schutzwirkung. Der Deichvorsteher äußerte sich kritisch zu den zeitlichen Vorläufen für Deichbaumaßnahmen. „In Roydorf haben wir 2012 die Bevölkerung über die Notwendigkeit des Luhedeichs ab Roydorf informiert, nun starten wir den Bau. Das können wir uns zukünftig nicht mehr leisten, wenn wir sicher am Wasser leben wollen.“ Er wünschte sich verlässlichere Finanzierungszusagen des Landes und insbesondere ein Planrecht, dass den Deichbau deutlich höher gewichtet gegenüber anderen Abwägungsbelangen: „Der technische Deichbau macht inzwischen nur noch einen Bruchteil der Planunterlagen und des Aufwandes aus, die Masse und der höchste Zeitaufwand entfällt auf vorbereitende Unterlagen unterschiedlichster Art insbesondere naturschutzrechtliche Untersuchungen und Abwägungen.“
Für die tagtägliche Unterhaltung der bestehenden Deiche wünschte sich Sander Verständnis aus der Bevölkerung und ein angemessenes Verhalten auf und am Deich. Er verdeutlichte auch die entscheidende Bedeutung der Schafe für die Deichsicherheit. „Die Schafe bleiben unverzichtbare Mitarbeiter“ so Sander. Dies unterstrich auch die Winsener Bundestagsabgeordnete Cornell Babendererde vor dem Hintergrund verschiedener Wolfssichtungen und zum Teil schwerer Vorfälle in anderen Küstenregionen. „Hier sind die Rahmenbedingungen geschaffen, um Weidetiere wie Schafe endlich besser vor Wolfsübergriffen zu schützen. Entschlossenes Handeln der rot-grünen Landesregierung ist da überfällig.“ Sie machte ebenso wie Winsens Bürgermeister André Wiese deutlich, wie wichtig schnellere Verfahren sind. „Wir brauchen einen Deichturbo, der endlich das Thema Sicherheit für Mensch und Natur hinter den Deichen klar priorisiert gegenüber anderen Rechtsbelangen.“ Wiese verwies für die Situation in der Stadt Winsen (Luhe) auch auf die gute Zusammenarbeit der Deichverbände untereinander, denn die Grenzen sind fließend. Ein erheblicher Teil der Kreisstadt liegt auch im Verbandsgebiet des Artlenburger Deichverbandes. André Wiese: „Dieser Zusammenhalt der Verbände mit den Gemeinden und Kreisen vor Ort ist von sehr hoher Bedeutung, um unsere Interessen sichtbar zu machen. Alle Menschen in unserer Stadt können dankbar sein, dass sich in den Deichverbänden so viele Menschen tagtäglich mit Herzblut und Sachverstand für unsere Sicherheit engagieren.“
